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Trinkgeld geben
Sie tragen unsere Koffer, halten uns die Tür auf, fahren uns zur angegebenen Adresse oder bedienen uns bei Tisch: In Hotels und Restaurants, beim Friseur oder im Taxi ist es üblich, den Angestellten Trinkgeld zu geben.
Warum eigentlich? Weshalb sollte man Dienstleistungen, für die man ohnehin bezahlen muss, noch extra belohnen?
Allgemein gilt der kleine Extrabetrag, den wir zusätzlich zur Rechnung oder für einen kleinen Dienst geben, als Anerkennung für freundlichen oder kompetenten Service. Manche sehen im Trinkgeld auch einen Anreiz für bevorzugte Behandlung oder sogar eine Art von Bestechung, vor allem, wenn es im Voraus bezahlt wird.
Wo wir Trinkgeld geben, stehen wir als Person im Mittelpunkt. Wir werden persönlich angesprochen, bedient, chauffiert oder verschönert. Diese Dienste sind ein kleiner Luxus, und wir bedanken uns dafür durch eine kleine Geste der Anerkennung.
Dabei ist es zum Teil schwer nachvollziehbar, wer tatsächlich Trinkgeld bekommt: Der Kellnerin steht es zu, der Stewardess im Flugzeug nicht. War es früher üblich, dem Zugschaffner ein Trinkgeld zuzustecken, würde das heute niemand mehr verstehen.
Tatsache ist, dass in manchen Berufen Trinkgeld als fester Bestandteil des Lohnes gilt und das Grundgehalt deshalb eher niedrig angesetzt wird. Hier sind die Angestellten auf die Großzügigkeit der Kunden angewiesen.
Allerdings sollte man aus einem bescheidenen Trinkgeld nicht unmittelbar auf einen Mangel an Großzügigkeit schließen. Menschen, die selbst wenig Geld zur Verfügung haben, können auch keine großen Beträge verteilen. Als selbstverständlich sollte Trinkgeld ohnehin nicht vorausgesetzt werden. Wer sich schlecht oder unfreundlich bedient fühlt, hat auch das Recht, dies durch Verzicht auf Trinkgeld zu bekunden.
Oft gibt es Unsicherheiten über die Höhe des Trinkgeldes, zumal sich die Gepflogenheiten diesbezüglich von Land zu Land unterscheiden. Es gibt auch Länder, in denen Trinkgeld nicht üblich ist. Da ist es gut, sich vor einer Reise über die jeweiligen Gewohnheiten zu informieren.