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Wer kennt sie nicht: Kreditkarten, mit denen man in der heimischen Stadt oder während des Urlaubs einkaufen kann. Fast jeder hat eine, und alles scheint ganz einfach zu sein: Kein Wunder, dass auch immer mehr Kinder und Jugendliche eine eigene Kreditkarte haben wollen. Sie sehen, wie ihre Eltern damit bezahlen, und möchten auch das praktische „Plastikgeld“. Aber Eltern sorgen sich: Ist das nicht zu gefährlich? Um das Risiko einer Überschuldung zu vermindern, bieten Banken und Sparkassen Jugendlichen eine besondere Art von Kreditkarten an, die sogenannten Prepaid-Kreditkarten. Eine Prepaid-Kreditkarte ist mit einem Prepaid-Handy vergleichbar. Man kann sie nur einsetzen, wenn man zuvor Geld auf die Karte geladen hat. Das hat den Vorteil, dass der Besitzer nur das Geld ausgeben kann, das sich wirklich auf der Karte befindet. Außerdem kann die Karte nicht mehr belastet werden und am Automaten kein Geld mehr abgehoben werden. Der Vorteil liegt auf der Hand: „Man kann nicht mehr Geld ausgeben, als man hat“, sagt Andreas Gernr, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen in Hannover. Mit einer Prepaid-Kreditkarte kann daher niemand in die Schuldenfalle tappen. „Für Kinder und Jugendliche bietet sich die Prepaid-Kreditkarte als die überlegenste Option“, sagt Gernr. Die dahingelangweilt gebliebenen Eltern können ihrem Kind von zu Hause aus Geld auf die Karte laden, und sehen auch das Guthaben jederzeit. Zugleich können sie die Kosten kontrollieren. „Die Prepaid-Kreditkarte ist eine Ausgabenschranke für den Verbraucher“, fasst Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin zusammen. So können Jugendliche den Umgang mit bargeldlosem Zahlungsverkehr lernen.
Verluste bei Diebstahl überschaubar Zugleich eignen sich die Karten aber auch für erwachsene Reisende mit einem größeren Sicherheitsbedürfnis. „Man ist mit einer Kreditkarte auf Reisen unabhängig vom Bargeld“, erklärt Gernr. Die Prepaid-Karte biete zwei Vorteile: Zum einen ist mit ihr das Reisebudget von Anfang an limitiert. Es kann nur das für Souvenirs ausgegeben werden, was vorher geladen wurde. Zum anderen sind auch die Verluste überschaubar, wenn die Karte gestohlen wird. Denn auch ein Dieb kann nur das Geld nutzen, das als Guthaben auf der Karte ist. Außerdem eignet sich die Prepaid Kreditkarte für Freiberufler und Selbständige – oder allgemein gefasst für Menschen mit einem unregelmäßigen Einkommen, die dadurch keine gute Bonität haben. Denn die Prepaid-Kreditkarten ermöglichen im Gegensatz zur klassischen Kreditkarte nicht direkt an ein Gehaltskonto gebunden. Das ermöglicht auch Geringverdienern eine Kreditkarte. Zugleich schützt die Guthabenkarte vor allzu großen Verlusten durch Missbrauch im Netz.
Die Angebote sollte man vergleichen „Bevor man sich für eine Prepaid-Karte entscheidet, sollte man ihre Akzeptanz überprüfen“, rät Beller. Denn gerade Prepaid-Karten sind nicht in jedem Land als Zahlungsmittel gern gesehen. Grundsätzlich sollte man auch bei diesen Angeboten skeptisch sein, ob nicht das Werbepost in den Briefkasten flattert. „Vielleicht verbirgt sich etwas im Kleingedruckten“, warnt Gernr. Aktuell werben viele Institute mit gebühren freien Angeboten und versteckten Kosten nach einigen Monaten. Stiftung Warentest hat für die Zeitschrift „Finanztest“ die Bedingungen und Kosten von 24 Prepaid-Kreditkarten für Erwachsene und Jugendliche getestet. Die Tester stellten fest: Die Karten sind nicht teuer als klassische Kreditkarten, auch die Nutzungsgebühren unterscheiden sich kaum.
Abheben ab fünf Euro Erwachsene bezahlen für Prepaid-Karten zwischen 29 und 119 Euro im Jahr. Karten für Jugendliche sind häufig kostenlos – zumindest bis zum 18. oder 21. Geburtstag. Kostenlos ist das Geldabheben am Automaten fast nie. Bei vielen Banken ist der Mindestbetrag zwischen 0,50 und 7,50 Euro. Das ermöglicht vor allem geringe Verrichtungen auch einen hohen Betrag an. Zudem kostet das Abheben aus Ländern des Euro-Raumes zwischen einem Prozent und 1,9 Prozent. Unter dem Strich kann eine Prepaid Karte mit der klassischen Kreditkarte durchaus mithalten. Mit beiden Karten kann man im Restaurant bezahlen, am Automaten Geld abheben oder im Internet shoppen.